Die Natur ihre Arbeit in der Welt der Medizin machen lassen
Aus Flachs hergestellte und in Honig getauchte Brandwundenkompressen sind ein Beispiel für nachhaltige Innovation im medizinischen Bereich. Man kann in der Welt der Medizin auf diesem Gebiet noch viel erreichen. Die Universitäten von Lüttich, Hasselt, Aachen und die Fachhochschule Jülich, vier Universitätskliniken, die auf Weltniveau im Bereich der biomedizinischen Wissenschaften forschen, arbeiten gemeinsam daran. Mit der Interreg-Subvention in Höhe von sieben Millionen Euro haben sich die Forschungseinrichtungen an die Konzeption neuer Biomaterialien innerhalb des Projekts BioMiMedics gemacht. Mit dieser Kooperation kann die Euregio Maas-Rhein einen Ruf auf dem Gebiet der biomedizinischen Innovation in Europa erwerben.
Leo Koole, Professor für Biomaterialen an der Universität von Maastricht und an BioMiMedics beteiligt, stellt fest, dass wirklich innovative biologische Anwendungen für den klinischen Gebrauch ausbleiben: „Einige Produkte werden schon seit Jahren nicht mehr verändert, obwohl es Hinweise gibt, dass Verbesserungen möglich sind. Zum Beispiel das Netz, das verwendet wird, um nach einer Bauchoperation heruntergedrückte Organe zu fixieren. Das verbleibt bis zum Ende des Lebens im Bauch. Meistens gibt es keine Komplikationen, aber es gibt Fälle, bei denen das Netz festklebt, sich aufrollt oder infiziert. BioMiMedics möchte ein sich auflösendes Gewebe aus Biomaterial entwickeln, das mit Antibiotika imprägniert wird. Wir sind die Einzigen weltweit, die dabei mit pflanzlichen Materialen arbeiten.“
Jeder hat seine eigene Fachkompetenz
In der Euregio Maas-Rhein gibt es viel Wissen und Aktivität, die sich auf die Biowissenschaft konzentrieren. Für dieses Projekt trägt jede Forschungseinrichtung ihr eigenes spezielles Wissen bei. „Am Forschungsinstitut DWI in Aachen weiß man alles über Spinnen. Sie führen Tests zu verschiedenen Fadendicken, Webmustern und dem Einbringen von Antibiotika durch. In Lüttich, wo man viel Wissen über Zersetzungsprozesse besitzt, wird zusätzlich untersucht, ob Abbaurückstände zurückbleiben. Unsere Universität kommt ins Spiel, wenn Fachkenntnisse auf dem Gebiet von 3D-Geweben wie Blutgefäßprothesen benötigt werden.“ In ca. zweieinhalb Jahren müssen die ersten innovativen und verwendbaren Ergebnisse auf dem Tisch liegen.
Für weitere Information können Sie Kontakt aufnehmen mit:
Prof. Dr. Dipl.-Ing. Leo H. Koole
Universität von Maastricht
Gruppe Biomedizinische Technologie/Biomaterials Science l.koole@maastrichtuniversity.nl
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